Windeln richtig waschen

Eigentlich muss man aus dem Waschen von Stoffwindeln keine Wissenschaft machen, wie es auf diversen Internetseiten verlautet. Auch kein spezielles Waschmittel ist von Nöten, wie ihre Produzenten und Verkäufer dieser Produkte verlauten lassen. Es ranken sich einige Mythen, um die Haltbarkeit der Windeln beim „falschen Waschen“, wie die Zerstörung von Viskosehaltigen Windeln durch das Enzym Zellulase in herkömmlichen Waschmitteln oder der Gefahr für Hanf durch Kieselkur (Rieselhilfe) in Pulverwaschmittel, welche in den heutigen Waschmitteln gar nicht mehr verwendet wird. Es kann aber helfen, folgende Tipps zu beachten:

  1. Die Menge machts!

Die Waschmaschine sollte für eine optimale Reinigung der Wäsche nicht zu voll und nicht zu leer sein. Also eine für 8 kg ausgerichtete Waschmaschine nicht nur für 5 Windeln anschmeißen. Die Maschine ist voll, wenn noch eine Handbreit (vom kleinen Finger zum Daumen) oben Platz hat.

      2. Vorwäsche oder Kurzwaschgang

Die Stoffwindeln sind vollgesogen mit Urin. Damit sie sauber werden, sollten sie nicht in eben dem gewaschen werden. Also: Vorwäsche, ohne Waschmittel, im Waschprogramm auswählen sofern zwischen den Waschgängen das Urin angereicherte Wasser wieder abgepumpt wird und die Windeln kurz geschleudert. Sollte die Waschmaschine nicht zwischen Vorwäsche und Hauptwaschgang abpumpen, reicht eine Kurzwäsche ohne Waschmittel.

       3. Mehr Wasser

Es ist eine einfacher Grundsatz: Zum sauberen Waschen braucht es das richtige Zusammenspiel von Mechanik, Chemie, Temperatur und Wasser. Die Mechanik können wir in unseren Maschinen durch Programmauswahl und Schleuderzahl steuern. Chemie mit dem Waschmittel, Temperatur ebenfalls Einstellungsauswahl, wie auch das Wasser. Nimmt man von einem etwas weg, muss bei einem anderen mehr. Logisch 😉 Und da wir die Windeln gut durchgespült haben wollen, brauchen wir mehr Wasser! Das bekommt man in modernen Waschmaschinen durch die WasserPlus-Auswahl oder dem Hygiene-Programm. Beides nutzt mehr Wasser zum Waschen. So werden alle Hinterlassenschaften aus den Windeln gut rausgespült.

      4. Verwende Pulver-Vollwaschmittel

Es muss kein spezielles Windelwaschmittel oder Hygienewaschmittel sein. Leider sind auch einige Ökowaschmittel im Verruf geraten, Stinkewindeln zu produzieren. Ein einfaches Vollwaschmittel reicht vollkommen aus. Wichtig ist lediglich, dass es Pulverwaschmittel ist (siehe auch: Waschmaschinenpflege). Flüssigwaschmittel legen sich auf die Fasern und senken so die Saugkraft und binden Bakterien. Dosiert wird das Waschmittel wie auf der Packungsempfehlung. So werden die Windeln richtig sauber. Keine Sorge bei Hanf wegen Rieselhilfe: die betrifft nur Kieselkur, die schon lange nicht mehr in modernen Waschmitteln verwendet wird. Angst um eure Bambuswindeln wegen Enzyme? Enzyme sind Proteine. Diese beginnen ab 40°C zu denaturieren, garantiert ist dieser Vorgang bei ca. 60°C. Wascht ihr eure Windeln also bei 60°C, sind die Zellulasen unerheblich.

     5. Verwende Wasserenthärter

Warum, habe ich bereits in der Waschmaschinenpflege erwähnt. Kalk im Wasser legt sich auf die Fasern und bildet mit der Zeit ein Exoskellet. Es schließt die Fasern ein. Somit senkt sie die Saugkraft. Dosiert den Entkalker entsprechend eurer Wasserhärte und dem verwendeten Waschmittel. Um die Fasern vor Abbau zu schützen, seht von der Verwendung durch Säuren als Wasserenthärter ab.
Wasserenthärter befindet sich in geringen Mengen auch in Vollwaschmittel, weshalb es in Gegenden mit weichen Wasser nicht notwendig ist, Enthärter zu verwenden. Wenn man mehr Waschmittel verwendet, benötigt man weniger Entkalker. Jedoch gilt das nicht in die andere Richtung, da Wasserenthärter keinen Waschmittelanteil besitzt.

     6. Temperatur ist Geld!

Um sicher zu gehen, dass die Windeln rein sind und Zellulase nicht eure Viskosewindeln angreift, ist eine Waschtemperatur von 60°C empfohlen. Durch die reinigende Wirkung moderner Waschmittel wird die Wäsche aber auch schon bei 40°C sauber. Ein wärmeres Bad hin und wieder sollten sie dennoch mal bekommen.
Achtung! Neue Stoffwindeln sollten nach der Waschempfehlung der Windelhersteller gewaschen werden, um mögliche Garantieansprüche nicht zu verlieren! Generell gilt: 60°C sollte eine gute Stoffwindel aushalten.
Ab und zu kann es dennoch zu müffligen Windeln kommen. Dann darf man sie auch MAL in die Kochwäsche tun. Dies sollte aber nicht öfter als 1-2x im Jahr gemacht werden. Gerade PUL könnte dabei angegriffen werden. Wenn die PUL-Windeln nicht gerade AIO´s sind, sollten die dann separat gewaschen werden.

     7. Schleuderzahl der Stoffe zuliebe verringern

Die meisten Abnutzungserscheinungen kommen durch das Waschen. Damit die Stoffis nicht durch zu viel Reibung in Mitleidenschaft gezogen werden, schleudert diese bei max. 1000-1100 Umdrehungen.

      8. Kein Eco-Programm

Eco-Programme sparen nicht nur Strom und dadurch Energie, sondern auch Wasser. Das Wasser reicht nicht mehr aus, um die Windeln ausreichend auszuspülen. Zudem wird es nur einmal auf die eingestellte Temperatur aufgeheizt, sofern es diese Temperatur überhaupt erreicht, und wird dann nicht gehalten, sondern kühlt im weiteren Waschprozess wieder ab.

      9. Bei besonders empfindlicher Babyhaut: Extra Spülen

Dieser Vorgang ist nicht zwingend notwendig. Reagiert aber euer Baby empfindlich auf mögliche geringe Mengen an Waschmittelresten, wählt das zusätzliche Spülprogramm, um diese vollständig aus den Windeln zu entfernen.

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